Ein Leben voller Musik

Auszeichnung für ein Leben voller Musik

Eva-Maria Atzerodt erhält für ihre Verdienste um die (Chor-)Musik den Kulturpreis der Stadt Ingolstadt Ingolstadt.

Überreichung des Kulturpreises

Aus den Händen von Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel nahm Chorleiterin und Schulmusikerin Eva-Maria Atzerodt den Kulturpreis der Stadt Ingolstadt entgegen. Damit würdigt die Stadt ihr langjähriges und vielseitiges ehrenamtliches Engagement für die Musik in Ingolstadt.

Da ist Musik drin: Ob als Chorleiterin, als Lehrerin, als Vorsitzende des Konzertvereins Ingolstadt oder als Stimme der Kultur im Stadtrat – Eva Maria Atzerodt lebt für die Musik, beruflich wie privat. „Echte“ Freizeit kennt sie kaum. Für ihr vielseitiges ehrenamtliches Engagement erhielt die 48-Jährige nun den Kulturpreis der Stadt Ingolstadt. Die Auszeichnung nahm Eva-Maria Atzerodt am 19. Oktober im historischen Sitzungssaal in Ingolstadt aus den Händen des Oberbürgermeisters Dr. Christian Lösel entgegen. Mit Roland Glassl, Professor für Viola an der Musikhochschule in Frankfurt, war ein langjähriger Bekannter der Geehrten eigens angereist, um den Festakt musikalisch zu begleiten. „Diesen Preis erhalten Sie nicht wegen der Quantität, sondern wegen der Qualität ihrer Arbeit“, betonte Ingolstadts Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel in seiner Laudatio, in der er Eva-Maria Atzerodts Werdegang skizzierte und ihre außerordentlichen Verdienste um die Musik erläuterte.

So leitet sie seit Beginn ihrer Studienzeit 1990 den Jugendkammerchor Ingolstadt, bald folgten die Gründung des Kinderchores Ingolstädter Nachtigallen und des Projektchors Incanto Corale. Zwar hat sie die musikalische Arbeit mit den kleinsten Sänger aus Zeitgründen mittlerweile in andere Hände übergeben, doch als Schriftführerin des Vereins ist sie den Nachwuchstalenten nach wie vor treu. Nachdem sie 2013 auch die Leitung des Ingolstädter Motettenchors übernommen habe, sei nun etwas ganz Außergewöhnliches möglich, stellte Lösel fest: „Damit können musikalische Talente nun ihr komplettes Chorleben bei Ihnen verbringen!“

Das Kulturleben in Ingolstadt prägt Eva-Maria Atzerodt aber auch auf der ganz großen Bühne: Von ihrem Vater übernahm sie 2000 den Vorsitz des Konzertvereins, der regelmäßig feste Größen und aufgehende Sterne am Klassik-Himmel nach Ingolstadt holt. Insgesamt sei sie Mitglied in mehr als zwanzig Vereinen, verriet der Oberbürgermeister. Darüber hinaus setzt sie sich seit 1996 auch noch im Stadtrat für die Kultur in Ingolstadt ein. Eigentlich wären dieses Engagement und der damit verbundene Zeitaufwand bereits genug, um die Tage zu füllen.

Doch Eva-Maria Atzerodt hat auch noch ein Berufsleben: Sie ist Schulmusikerin am Reuchlin Gymnasium in Ingolstadt – und natürlich auch dort über den reinen Unterricht hinaus engagiert. Zusätzlich ist sie seit 2004 auch noch bayerische Landesbeauftragte für Schulchöre. So ist es kein Wunder, dass im Musiksaal 1 des Gymnasiums, der „Zentrale“ ihres schulischen und musikalischen Engagements, oft auch nach 1 Uhr nachts das Licht noch brennt.

„Ich fühle mich durch diesen Kulturpreis stellvertretend für die vielen, die in Ingolstadt das Kulturleben bereichern, geehrt“, schloss Eva-Maria Atzerodt auch alle anderen, die sich ehrenamtlich um die Musik vor Ort verdient machen, in ihre Dankesrede ein. Sie selbst betrachte ihren Einsatz für die Kultur als „selbstverständlich und uneigennützig“, als etwas, was ihr „in die Wiege gelegt wurde“. Seit ihrer Kindheit hatten die Eltern – beide sichtlich stolz beim Festakt anwesend – die talentierte Tochter gefördert und begleitet. Vor allem der Vater hatte einen großen Einfluss auf ihren musikalischen Werdegang, nicht nur als ihr Klavierlehrer.

Früh war klar, dass Eva-Maria Atzerodt in seine Fußstapfen als Schulmusikerin treten wollte. „Junge Menschen von der Musik zu begeistern, sie mitzunehmen in die bunte, vielfältige Welt aller Epochen und Genres bleibt sicher ein Leben lang für mich spannend und bereichernd“, zeigte sie sich überzeugt.

In die Politik dagegen war sie recht „blauäugig“ gestartet, erinnerte sich die 48-Jährige. „Doch der Blick über den Tellerrand war eine tolle Chance, den eigenen Horizont zu erweitern“, findet sie. Und das Engagement im Stadtrat ermöglicht es ihr, der Kultur, insbesondere der klassischen Musik, in Ingolstadt Gewicht zu geben und auf den ehrenamtlichen Einsatz der vielen Kulturschaffenden hinzuweisen. „Sie prägen das Gesicht der Stadt, gestalten es und machen es wertvoll“, erklärte Eva- Maria Atzerodt. „Eine Stadt wie Ingolstadt darf sich glücklich schätzen, dass das Kulturleben bis heute maßgeblich von diesen Idealisten geprägt und mitgestaltet wird.“ Darauf gelte es zu setzen. Viele wichtige Weichenstellungen waren Eva-Maria Atzerodt bereits vorgegeben, der Weg war oft schon bestens bereitet.

Aber nicht nur deshalb fühle sie sich als „Glückspilz“. Sie habe immer Weggefährten an ihrer Seite gehabt, die ihre Arbeit mittrugen und begleiteten: Andere Chorleiter, die Vorstände der verschiedenen Ensembles und Vereine, Schulleiter und Lehrer am Reuchlin Gymnasium in Ingolstadt sowie ihre Stadtratskollegen.

Ein Teil der aktuellen musikalischen Weggefährten ließ es sich dann auch nicht nehmen, ihrer frisch geehrten Chorleiterin nach dem offiziellen Teil des Festaktes im Treppenhaus des historischen Rathauses ein Ständchen zu bringen - und hofft natürlich, dass das Eva-Maria Atzerodts Engagement, vor allem in der lebendigen Ingolstädter Chorszene, noch lange weitergeht!

Foto und Text: Ulrike Seitz, frei verwendbar